Psychosomatische Schmerzerkrankungen
Behandlung

Von einer psychosomatischen Schmerzerkrankung wird  gesprochen, wenn andauernde, schwere und quälende Schmerzen bestehen, die durch physiologische Prozesse oder eine körperliche Störung auch nach sorgfältiger fachärztlicher Diagnostik nicht vollständig erklärt werden können. Die Schmerzen treten in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf, die aber den Patienten zu Beginn der Behandlung oft nicht bewusst sind. Man spricht dann von „anhaltender somatoformer Schmerzstörung“.

Wenn die Schmerzen ihren Ausgangspunkt in einem physiologischen Prozess oder einer körperlichen Störung haben, aber psychische Faktoren eine wichtige Rolle für den Schweregrad, das Wiederauftreten oder die Aufrechterhaltung des Schmerzes haben, sprechen wir von einer „chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren“. In beiden Fällen wird der Schmerz nicht absichtlich erzeugt oder vorgetäuscht, ist also keineswegs „eingebildet“, sondern verursacht bedeutsames Leiden und Beeinträchtigung in persönlichen, sozialen und beruflichen Bereichen.

Was sind psychosomatische Schmerzerkrankungen?

Diese chronischen Schmerzerkrankungen sind eigenständige Krankheiten, bei denen der Schmerz seine akute Warnfunktion verloren hat. Wie intensiv ein Schmerzreiz empfunden wird und ob er mit Angst und Depression einhergeht, hängt nicht nur vom reinen Nervensignal ab, sondern ist ein Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. An der Entstehung und Aufrechterhaltung  chronischer Schmerzen sind neben körperlichen auch emotionale, kognitive, verhaltensbedingte und soziale Komponenten beteiligt. Einen engen Zusammenhang zwischen chronischen Schmerzen und chronischem Stress beschreibt die moderne Neurobiologie.

Wie werden psychosomatische Schmerzerkrankungen therapiert?

Viele Patienten mit chronischen Schmerzen können die Diagnose einer „psychisch (mit-) bedingten Erkrankung“ zunächst wenig nachvollziehen, zumal oft die seelischen Belastungen der Gegenwart oder Vergangenheit wenig oder nicht bewusst sind. Daher sind die Wissensvermittlung und Aufklärung über die Grundlagen des chronischen Schmerzgeschehens wichtiger Bestandteil der Therapie. Wir entwickeln ein gemeinsames Verständnis von chronischen Schmerzen als ein äußerst komplexes Geschehen, bei dem einströmende Informationen bzw. Körpersignale  mit Erfahrungen aus der individuellen Lebensgeschichte, unseren Vorerfahrungen mit körperlichen und seelischen Schmerzen sowie kognitiven und Verhaltensaspekten verarbeitet werden. Wir erarbeiten mit den Patienten die für sie individuell geltenden Zusammenhänge. Durch ein besseres Verständnis der Schmerzerkrankung eröffnen sich damit Möglichkeiten des aktiveren und freieren Umgangs mit der Erkrankung mit dem Ziel einer Symptomentlastung.

In Einzel- und Gruppengesprächen versuchen wir, mit den Patienten dysfunktionale Erlebens- und Bewältigungsmuster zu verstehen, vor dem Hintergrund aktueller oder biographisch zurückliegender Erfahrungen und Belastungen, um hilfreiche und bessere Muster im Umgang mit sich selbst und anderen zu entwickeln. Dabei ist der Erfahrungsraum der Konzentrativen Bewegungstherapie eine wichtige Unterstützung zur Wahrnehmung des eigenen Körpers und des Umgangs mit sich und anderen. Durch Entspannungsverfahren oder durch Imaginationsübungen unterstützen wir die Patienten in ihren selbstregulativen Fähigkeiten. Je nach Indikation kommen auch Medikamente (Schmerzmedikamente und/oder Antidepressiva) sowie physiotherapeutische Maßnahmen zum Einsatz.

  • Chronische Schmerzen als eine eigenständige Erkrankung verstehen
  • Knowhow erwerben über den Zusammenhang zwischen Schmerz, Stress und seelischer Belastung
  • Das ganz individuelle Problem erkennen und individuelle Lösungs- und Bewältigungsstrategien entwickeln
  • Eigene Ressourcen entdecken und die Kraft der Gruppe nutzen
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