Johanneswerkerin Nuray Geise hat Stammzellen gespendet

Die fröhliche Lebensretterin

Frau steht draußen unter Herbstbäumen. Lange blonde Haare, weißes T-Shirt.

Altenpflegerin und Stammzellenspenderin Nuray Geise.

Sie strahlt Lebensfreude und Zuversicht aus, ihr Blick ist offen, ihr sympathisches Lächeln ansteckend. Das wirkt sich auch beruflich aus. Nuray Geise arbeitet seit anderthalb Jahren als staatlich anerkannte Altenpflegehelferin im Katharina-Luther-Haus in Gütersloh, betreut alte Menschen mit Alzheimer oder Demenz. „Sie brauchen viel Aufmerksamkeit, Gespräche und Zuwendung“, weiß die 33-Jährige, „ich bin sehr gerne hier, wir sind hier wie eine kleine Familie.“ Bewusst ist sie deshalb im Frühjahr 2017 an den Ort zurückgekehrt, an dem sie 2001 ein Jahrespraktikum absolviert hat.

2007 typisiert – 2018 ausgewählt


Die berufliche Ausrichtung liege ihr in den Genen, sagt die zierliche Frau. In ihrer deutsch-türkischen Familie haben Großmutter und Mutter den medizinischen Bereich gewählt. Nuray Geise ist in Gütersloh geboren, aufgewachsen und geblieben. Hier lebt sie mit ihrem Mann, einem gebürtigen Heidelberger, ihrer kleinen Tochter (3 1/2 Jahre) und ihrem Hund, einem Australian Shepherd. Hier hat sie sich 2007 typisieren und in die Spenderdatei der DKMS eintragen lassen. Seinerzeit erfolgte das Prozedere für die Deutsche Knochenmarkspende noch per Blutabnahme. Inzwischen genügt ein kleiner Abstrich der Wangenschleimhaut per Wattestäbchen – so ließen sich 2012 im Johanneswerk über 400 Kolleginnen und Kollegen typisieren.

Viele potentielle Spender hören danach lange nichts von der DKMS. Nuray Geise erhielt erst elf Jahre später, Ende Mai 2018, einen Brief mit der Überschrift „Ihre Bereitschaft zur Lebensspende“. Sie könne als genetischer Zwilling einem an Leukämie erkrankten indischen Mädchen helfen. Die Anfrage kam „in einer sehr schweren Phase“: Nach dem Tod ihrer Großmutter im Herbst 2017 hatte ihr Vater gerade die Diagnose „Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium“ erhalten. Nuray Geise pflegte ihn, war anderthalb Monate von der Arbeit freigestellt. „Mein Chef und das ganze Team haben mir den Rücken freigehalten“, ist sie dankbar für die kostbare Zeit des Abschiednehmens. „Mein Vater wusste von dem Brief der DKMS, er hat mir zugesprochen, „Kind, wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich selbst Knochenmark oder meine Organe spenden“, erinnert sie sich.

Genetischer Zwilling in Indien

Nach seinem Tod Anfang Juni nahm sie wieder Kontakt mit der Organisation auf und erhielt einen Termin in einem Kölner Krankenhaus. Am 24. Juli wurde ihr mittags unter Vollnarkose 865 Milliliter Blutstammzellengemisch entnommen und sofort per Flugzeug nach Indien transportiert. Binnen drei Stunden war für sie alles vorbei, die Folgen kaum spürbar. Nun hofft sie, dass ihr Blutstammzellgemisch anschlägt. Zwei Jahre lang ist sie noch als Spenderin für das Kind reserviert. Von der Empfängerin weiß sie bislang nur, dass sie im Vorschulalter ist. Ab Ende Oktober darf sie über die DKMS einen Brief an die Familie schreiben, anonym. Erst ab Sommer 2020 ist ein persönlicher Kontakt erlaubt. „Ich möchte sie sehr gerne kennenlernen“, sagt Nuray Geise, „egal, ob in Indien oder in Deutschland.“ Sie sei froh, gespendet zu haben. In diesem Sinne appelliert die junge Frau an jeden: „Werdet Lebensretter! Stammzellenspenden ist einfach und tut nicht weh.“

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