Einblick: Ein Angehöriger aus dem Wilhelm-Florin-Haus berichtet

Wenn die Eltern ins Pflegeheim ziehen

Waldemar Krajewski besucht seine Frau, die vorübergehend im Wilhelm-Florin-Haus wohnt, und seine Mutter, die hier schon länger lebt. (Foto: Sarah Jonek)

Für Waldemar Krajewski begann die Auseinandersetzung mit dem Thema Pflege, als ein Elternteil starb: Einige Zeit nach dem Tod seines Vaters fiel ihm und seinen Geschwistern auf, dass seine Mutter vergesslicher wurde. „Sie hat nicht mehr geputzt, nicht mehr gekocht und wurde einfach immer verwirrter.“ Zunächst zog sie in eine Wohnanlage des Johanneswerks, konnte dort in ihren eigenen vier Wänden sein und bei Bedarf Unterstützung in Anspruch nehmen. 

Doch die Lage spitzte sich zu: Ständig klingelte das Telefon bei Waldemar Krajewski und seinen Geschwistern, es verschwand Geld, die Sorgen wurden immer größer. „Irgendwann hatten wir einfach große Angst um unsere Mutter. Wir hatten Angst, dass sie mal den Herd anlässt, dass ihr etwas passiert.“ Nach viele Gesprächen in der Familie, mit Ärzten und Psychologen war klar: Die Demenz ist zu weit fortgeschritten, es geht nicht mehr, sie kann nicht alleine bleiben. „Und auch unsere Mutter selbst hat in klaren Momenten gewusst, dass sich etwas verändern muss“, so Krajewski. 
 

"Wir können wieder besser schlafen"

Die Entscheidung fiel dann 2019 auf das Gütersloher Wilhelm-Florin-Haus, das die Familie bereits aus der Nachbarschaft kannte. „Bloß der Papierkram, der war zermürbend“, erzählt Waldemar Krajewski. „All die vielen Formulare, Anträge und Belege!“ So ganz richtig angekommen ist seine Mutter dort bis heute nicht. Die Umstellung ist für sie als Demenzkranke besonders schwierig. Doch für die Angehörigen war der Schritt dennoch wichtig und eine große Erleichterung: „Wir können endlich wieder besser schlafen und müssen uns nicht mehr solche Gedanken machen“, sagt Krajewski. „Wir haben jetzt wirklich ein paar Probleme weniger als vorher. Das Wilhelm-Florin-Haus ist einfach ein tolles Haus – unsere Mutter ist dort gut aufgehoben.“

Auch Krajewskis Frau benötigt als MS-Patientin Unterstützung. Für die Zeit einer Badsanierung ist sie für drei Wochen in die Kurzzeitpflege gezogen. „Es ist gut, dass sie nicht hier sein muss, solange es hier so laut und schmutzig ist. Danach kommt sie aber wieder nach Hause“, betont er. Seine Frau habe das auch akzeptiert, sei aber nicht besonders begeistert. „Sie ist sehr schüchtern. Auf Dauer ist das Heim nichts für sie.“ Für ihn steht, was seine Frau betrifft, felsenfest: „Sie bleibt bei mir, so lange ich lebe.“ 
 

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