50 Jahre Johannes-Busch-Haus im Wohnverbund Lüdenscheid

Vom Wohnheim zum Netzwerk

Eine Gruppe von Menschen, die bunte Tücher durch die Luft schwingen

Freude, Anregung und Entspannung - beim Freizeitangebot im Johannes-Busch-Haus ist für jeden etwas dabei. Foto: Johanneswerk/Pia Blümig

LÜDENSCHEID. Im Sommer 1969 wandelte das Evangelische Johanneswerk ein Wohnheim für berufstätige junge Männer in eine Einrichtung für Jugendliche mit geistigen Behinderungen um. In 50 Jahren entwickelte sich daraus ein beeindruckendes Netzwerk mit differenzierten Wohn- und Betreuungsangeboten.

Als nach einem Umbau die neuen Bewohner das Johannes-Busch-Haus bezogen, wohnten sie in Mehrbettzimmern zu zweit, zu dritt oder sogar zu viert. Im Untergeschoss des Hauses befand sich eine ‚Anlernwerkstatt‘ mit Räumen für mehrere Werkgruppen. Überwiegend montierten die jungen Menschen elektrotechnische Zubehörteile im Auftrag von Lüdenscheider Industriebetrieben.

Werkstatt ausgelagert

Schon nach wenigen Jahren reichte der vorhandene Raum nicht mehr aus und das Johanneswerk eröffnete am Ort eine eigenständige Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Das Johannes-Busch-Haus konnte sich nun auf das Wohnen konzentrieren und für die Bewohner war die Trennung von Wohn- und Arbeitsbereich ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ‚Normalisierung‘ ihrer Lebensbedingungen.
 
Mitte der 1980er Jahre begann mit dem Erwerb einer ehemaligen Fabrikantenvilla in unmittelbarer Nähe des Johannes-Busch-Hauses ein kontinuierlicher Aufbau von Außenwohngruppen. Den Anfang machten 14 junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren, die in das komplett renovierte Nachbarhaus zogen. In kleinen Wohngruppen konnten sie dort wesentlich selbstständiger leben. In den folgenden Jahren kamen weitere Standorte mit teilweise spezialisierten Angeboten hinzu. Auch das ‚Stammhaus‘ entwickelte sich weiter. Nach einer umfangreichen Umgestaltung verfügte dort Ende der 1980er Jahre jeder Bewohner über ein eigenes Zimmer. Für diejenigen Bewohner, die nicht in einer Werkstatt tätig sein konnten, gab es eine Tagesbetreuung.
 

Ambulant betreutes Wohnen

Der 1988 gegründete „Verein der Freunde des Johannes-Busch-Hauses“ eröffnete zwei Jahre später das Café ‚Der Kleine Prinz‘ mitten in der Lüdenscheider Altstadt. Von Anfang an war es eine Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderungen. Einige ehemalige Bewohner des Johannes-Busch-Hauses konnten inzwischen so selbstständig leben, dass sie in selbst angemietete kleine Wohnungen zogen. Diese Entwicklung trug mit dazu bei, dass der Bereich des Ambulant Betreuten Wohnens entstand.
 
Kulturarbeit als integratives Element gewann um die Jahrtausendwende eine besondere Bedeutung. 1999 veranstaltete das Johannes-Busch-Haus die erste Kulturwoche ‚Augenschmaus und Ohrenweide‘ mit Kabarett, Theater, Pantomime, Tanz und Musik. 2001 startete die ‚Integrative Kulturwerkstatt Alte Schule‘ mit ihrem ersten Programm. Zur selben Zeit entwickelte sich der ‚Familienunterstützende Dienst‘ für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörige.

Thomas Cordt, als Wohnverbundleiter verantwortlich für alle Angebote in und um Lüdenscheid, fasst zusammen: „Aus dem Johannes-Busch-Haus wurde ein Wohnverbund, aus Behinderten wurden Menschen mit Beeinträchtigungen, die ein Mehr an Selbstbestimmung leben, aus der Betreuung wurde Assistenz und aus Ausgrenzung wurde Teilhabe.“  Er ist sich sicher, dass diese Entwicklung in den kommenden Jahren weiter an Gestalt gewinnen wird.

Alle Angebote des Johannes-Busch-Wohnverbundes

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