Rückblende: Vor 40 Jahren beschäftigte sich das Werk mit dem Thema Sterbehilfe

„Recht auf Leben – Recht auf Sterben“

Der Johannesruf 1/1975

Im Januar 1975 widmete das Ev. Johanneswerk die aktuelle Ausgabe seiner Zeitschrift „Der Johannesruf“ dem Thema Sterbehilfe. In der Einleitung hieß es, dieses Thema sei verstärkt in die öffentliche Diskussion gekommen und von „äußerster Aktualität“. Aufgabe des Johanneswerks sei es, Leben zu erhalten, zu verlängern und sinnvoll zu gestalten, auch und gerade für Menschen mit reduzierten Kräften. Dennoch müsse auch das Recht auf Sterben gesehen werden in einer Zeit, in der selbst unter Christen der Tod verdrängt werde.

Unter dem Titel „Recht auf Leben – Recht auf Sterben“ gaben verschiedene Beiträge aus theologischer und medizinischer Perspektive Denkanstöße. Alle Autoren sahen eine aktive Sterbehilfe kritisch, denn sie weise dem Menschen eine Selbstverfügung über sein Leben zu, die das erste Gebot außer Kraft setze und aus dem „Recht auf den Tod“ für alle Menschen werde rasch das „Recht zum Töten“ für bestimmte Menschen. Dennoch sollten Ärzte nicht in jeder Situation mit allen Mitteln gegen den Tod kämpfen, und zum Beispiel bei einem hochbetagten Menschen, dessen Herz nach wiederholten Schlaganfällen den Dienst versage, keine lebensrettenden Sofortmaßnahmen anwenden.

Bei einer Tagung des Deutschen Ev. Verbands für Altenhilfe sollte das schwierige Thema im Frühjahr 1975 noch einmal aufgenommen werden.

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