BeratungsWerk Pflege: Wenn Angehörige plötzlich Pflege brauchen

Neues Beratungsangebot in Steinhagen

Pflegeberaterin Anna Arslan berät Anrufer zu individuellen Fragen rund um Pflege. Foto: Hanna Siegmann

Steinhagen. Jeder zweite pflegebedürftige Mensch, der zu Hause lebt, wird ausschließlich durch Angehörige betreut. Tendenz: steigend. Der neue BARMER Pflegereport etwa erwartet bis 2030 eine Million Pflegebedürftige mehr als  bislang prognostiziert. Pflegende Angehörige stellt diese Aufgabe vor große Herausforderungen: Sie müssen oftmals weitreichende Entscheidungen treffen und sind mit der veränderten Situation emotional, aber auch rein praktisch überfordert. In Steinhagen setzt das BeratungsWerk Pflege genau hier an und unterstützt Betroffene neben den kommunalen Strukturen mit einem neuen Angebot vor Ort. Seit dem 1. März 2022 sind erfahrene Pflegeberaterinnen für Anfragen aus Steinhagen und Umgebung telefonisch erreichbar und beraten pflegende Angehörige zu ganz individuellen Situationen. 
 

Viele wollen der Familie nicht zur Last fallen

„Um das Thema Pflege können sich betroffene Angehörige oft erst kümmern, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“, erläutert Corinna Behrens, die das BeratungsWerk Pflege des Ev. Johanneswerks leitet und als Pflegeberaterin  und Altenpflegerin aus Erfahrung spricht. Pflegebedürftige Familienmitglieder würden sich dieser Thematik leider allzuoft verschließen, weil sie sich schämen oder ihrer Familie nicht zur Last fallen wollen. Doch das Herauszögern dieser Gespräche erschwere eine angemessene Planung, betont Behrens. „Im schlechtesten Fall führt genau das Verhalten erst zu einer Überforderung aller Beteiligten.“

Oftmals könnten Pflegende und ihre Angehörigen bereits durch erste, kleinere Hilfsangebote entlastet werden. Das BeratungsWerk Pflege frage deshalb gleich im ersten Gespräch, wie viele Infos beim Gegenüber vorliegen. „Stellen wir fest, dass die Fragen tiefgreifender sind, arrangieren wir einen weiteren telefonischen Termin“, erklärt Behrens. Im Anschluss überprüfe man dann, ob es passende regionale Pflegelösungen innerhalb des Johanneswerks gebe. Lasse die hohe Auslastung das nicht zu, werde niemand im Regen stehengelassen, sondern auf Wunsch an andere Kontakte innerhalb des lokalen Netzwerks verwiesen. 

Manche Probleme wurden durch Corona verstärkt

Aber auch abseits der Vermittlung von Pflegelösungen steht das BeratungsWerk Rede und Antwort. Zum Beispiel für ganz allgemeine Probleme aus der Praxis: Was können Angehörige etwa tun, wenn der Partner oder ein Elternteil untypische Verhaltens- oder Wesensänderungen zeigen? Diese Frage stellt sich vor allem bei Menschen mit einer Demenz, die zunehmend darunter leiden, dass vertraute Gesichter durch einen Mund-Nase-Schutz verfremdet werden. 

Auch Fragen wie „Kann ich mich von der Arbeit freistellen lassen, um mein Familienmitglied zu pflegen?“  oder „Welche Techniken und Hilfsmittel gibt es, damit ich meinen Angehörigen sicher zwischen Bett, Sessel und Rollstuhl hin und her bewegen kann?“ werden besprochen. Und Anliegen wie diese, die in eine ganz andere Richtung zielen und durch die Corona-Pandemie noch weiter verstärkt wurden: „Wer hört sich einfach mal an, was ich tagsüber alles leiste, wo ich an Grenzen gerate, wie lange ich das überhaupt noch alles schaffen kann?“ 
 

Beratungswerk auch am Wochenende erreichbar

Für diese und viele weitere Fragen steht das BeratungsWerk in Steinhagen als Ansprechpartner bereit – auch zu Zeiten außerhalb der klassischen Erwerbs-/ Familien-  oder Pflegearbeit. Anrufe werden montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 21 Uhr und samstags von 9 bis 16 Uhr unter Tel. (05204) 91 25 800 entgegengenommen, per E-Mail ist das BeratungsWerk unter beratungswerk-pflege@johanneswerk.de zu erreichen. 

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