18-Jährige aus Guatemala absolviert ein Johanneswerk-Jahr

Karlas Wortschatz wächst täglich

Hausleiter Siegfried Wolff ist mit Karla Cifuentes Uribe, seiner “Mitarbeiterin auf Zeit”, sehr zufrieden.

Im Wohnbereich lernt die junge Frau aus Guatemala – hier mit Wohnbe-reichsleiterin Liane Schremser – den Alltag der Altenhilfe kennen.

Kontakte zu den Hausbewohnern – im Bild Mathilde Hüls – waren schnell geknüpft, die Sprache kein Problem. Fotos: Christian Weische

Gütersloh (JW). Schule erfolgreich abgeschlossen, die Zusage für ein freiwilliges soziales Jahr in der Tasche, machte sich Karla Cifuentes Uribe per Flugzeug auf dem Weg nach Europa. Seit vergangenen Oktober absolviert die 18-Jährige, die in Guatemala zu Hause ist, das Johanneswerk-Jahr im Katharina-Luther-Haus. „Alles ist schön hier – außer dem Wetter“, sagte sie und lacht dabei.

Im Wohnbereich AB2 der stationären Johanneswerk-Einrichtung  ist die junge Mittelamerikanerin fest in den Dienstplan integriert. Und sie hat ein Händchen im Umgang mit den älteren Menschen – das beobachten alle mit Freude. In der deutschen Sprache ist sie schon gut zu Hause, erweitert ihren Wortschatz nahezu täglich. Eingesetzt wird sie als Hilfskraft in der Pflege und bei einfachen hauswirtschaftlichen Aufgaben.

Das Katharina-Luther-Haus war für Karla Cifuentes Uribe zunächst eine fremde Welt. In ihrem Heimatland leben die älteren Menschen in den Familien. Altenheime oder ambulante Pflegedienste wie wir sie kennen, gibt es dort sehr wenige.

Ein paar bürokratische Hürden


Hausleiter Siegfried Wolff ist mit seiner neuen „Mitarbeiterin auf  Zeit“ sehr zufrieden und verfolgt interessiert, wie sie sich in die Aufgaben hineinfindet. Der Start war von einigen bürokratischen Hürden geprägt, denn Karla Cifuentes Uribe musst bei der Ausländerbehörde gemeldet werden, brauchte Krankenversicherung, Bankkonto und Steuernummer. Doch alles ließ sich regeln oder lösen, und nun gehört die 18-Jährige bis September 2015 zum Team des Katharina-Luther-Hauses.  

Nach der Schule, erzählt Karla Cifuentes Uribe, habe sie eine Pause gebraucht. Denn wo es beruflich hingehen soll (vielleicht  Medizin-Studium, vielleicht etwas mit Sprachen), steht noch nicht fest. Das Beispiel eines Freundes, der sich für ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) bei der Diakonie Rheinland Westfalen Lippe (Diakonie RWL) beworben hatte, fand sie reizvoll. Seit einem einmonatigen Sprachstipendium in Deutschland hatte sie eine erste Vorstellung von Land und Leuten. Ihre Eltern – beide Mediziner – waren zwar zunächst überrascht, aber da konnte die 18-Jährige schon die Zusage von der Diakonie RWL in Münster vorweisen. Und diese vermittelte sie wiederum nach Gütersloh.

Deutschland ist ein attraktives Ziel

Deutschland – ein attraktives Ziel für junge Menschen aus dem Ausland?  Bei der Diakonie RWL steigt die Zahl der Anfragen nach einem Platz für ein soziales Jahr. Voraussetzung sind ein Sprachnachweis und die Bereitschaft, sich auf eine andere Kultur einzulassen.  Kost und Logis übernimmt der Einrichtungsträger, der auch ein monatliches Taschengeld zahlt. Aktuell sind es 20 Teilnehmer, die aus Mittel- und Südamerika, Russland, der Ukraine und Tadschikistan kommen.

Die Seminartage für die FSJ-Teilnehmer sind nicht nur Pflicht, sondern auch Gelegenheit, andere FSJ-ler zu treffen. Karla Cifuentes Uribe hat schon einige Kontakte geknüpft; natürlich auch zu der – deutschen – Teilnehmerin am Johanneswerk-Jahr  in einer weiteren Johanneswerk-Einrichtung vor Ort.  Mit Eltern und Freunden daheim steht sie via Smartphone-App und dem Internet-Dienst Skype in Verbindung.  

Mehr Informationen zum Johanneswerk-Jahr

im Internet: www.johanneswerk-jahr.de
telefonisch: beim Personalmanagement (Tel. 0521/801-2202)
per E-Mail: bueromanagement-personal@johanneswerk.de
Ansprechpartnerin ist Andrea Wienböker.

Interessierte können sich auch direkt an die Johanneswerk-Einrichtungen im Kreis Gütersloh wenden.

Beitrag teilen: