Projekttag der Bernard Overberg Schule

Jugendliche entdecken "Leben plus" im Haus Regenbogen

V.l.: Angelika Roth zeigte Helen Höckrich, Tobias Kaiser, Niklas Salm, Jessica Lindner, Nico Thierfelder, Jan Hinsberger und Rilana Kastowski das Haus Regenbogen. Foto: Marianne Posur

Im Rahmen des Projekttages „BOS intensiv – Leben plus“ besuchten jetzt Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs 10 verschiedene soziale Orte im Stadtteil Süd – auch das Haus Regenbogen im Johanneswerk Wohnverbund Recklinghausen. Lehrerin und Projektkoordinatorin Marianne Posur berichtet: „Nach eigenem Wunsch wählen die Schülerinnen und Schüler einen sozialen Schwerpunkt, mit dem sie sich einen Vormittag lang beschäftigen möchten. In diesem Jahr standen sieben Orte zur Auswahl. Der Tag beginnt dann in den gemischten Projektgruppen in der Schule mit einem Frühstück und thematischem Einstieg, bevor man gemeinsam die jeweilige soziale Einrichtung besucht. Danach findet dann noch eine Auswertung und eine Info-Präsentation für die anderen Schüler statt.“

Das Haus Regenbogen kennen viele nur vom Vorbeilaufen oder flüchtigen Begegnungen am Gartenzaun, wenn die Schülerinnen und Schüler der Einrichtung auf den Schulbus warten. Wie sieht eigentlich der Alltag in einer stationären Wohneinrichtung der Behindertenhilfe aus? Wer lebt dort und warum? Was macht die Arbeit der Mitarbeitenden aus?

Wohnverbund mit vielfältiger Angebotsstruktur

Angelika Roth vom begleitenden Dienst im Wohnverbund gab Antworten auf diese Fragen und informierte darüber, wie in den vergangenen 63 Jahren aus dem ehemaligen Bergwerkslehrlingsheim der heutige Wohnverbund Recklinghausen mit einer vielfältigen Angebotsstruktur entstanden ist.

Zum heutigen Wohnverbund gehören neben dem Stammhaus „Haus Regenbogen“ an der Wasserbank auch fünf stationäre Wohnangebote in Außenwohngruppen für Menschen mit geistigen Behinderungen im Stadtgebiet von Recklinghausen. Dieses wird ergänzt durch eine Tages- und Seniorenbetreuung, sowie ambulante Hilfen für Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen.

Ein Gang durch verschiedenen Wohngruppen, deren Bewohner außer Haus waren,  rundete den Besuch ab und konnte verdeutlichen, dass hier Menschen mit ganz normalen Bedürfnissen leben und das „Heim“ auch ein „Zuhause“ sein kann.

„Das hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen“, so formulierte  ein Schüler die eineinhalb Stunden im Haus Regenbogen. Ein tolles Lob! Marianne Posur und Angelika Roth sind der Meinung, dass solche und ähnliche Veranstaltungen helfen, Vorurteile abzubauen und das Interesse aneinander zu stärken. Ein erster Schritt in Richtung Inklusion und ein wichtiger Baustein für Jugendliche in der Auseinandersetzung mit dem Leben und der Frage, was sinnvolles und lebenswertes Leben ist.

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