Inklusives Sportfest im Nattenberg-Stadion

Wie der Blitz über die 100-Meter-Strecke

Gelaufen wie der Blitz: Tobias auf der Zielgeraden.

Interessierte Zuschauer sind Jens Kuhn, der Organisator des Sportfestes und Gizem, Sportlerin aus dem Johannes-Busch-Haus.

Gemeinsamer Trommelspaß auf den großen Gymnastikbällen. Fotos: Ulla Emig

Lüdenscheid (JW). Schon kurz vor der Ziellinie reißt Tobias wie ein Sport-Profi die Arme hoch und freut sich. Der 15-jährige Bewohner hat bei einem 100-Meter-Lauf im Nattenberg-Stadion in Lüdenscheid so richtig Gas gegeben und  gewonnen. Der Applaus seiner Freunde Sascha, Rafael und Jonas am Rande der Laufbahn ist ihm sicher. „Ich bin gelaufen wie der Blitz“, sagt Tobias stolz am Ende seines tollen Laufs.

Rund 100 behinderte und nicht behinderte Sportler treffen sich zum 12. Inklusiven Sport-Aktionstag. Mit viel Spaß und auch Ehrgeiz messen sie sich im Weitsprung, Ballwurf und im 100-Meter-Lauf.  Bereits zum zweiten Mal ist eine Gruppe aus Wales zu Gast, die Wrexham Special Needs Athletics, die ebenfalls zu den Wettkämpfen antreten.

Gewinner ist jeder

Gesiegt hat im Nattenberg-Stadion nicht nur Sportfreund Tobias. „Gewinner ist hier jeder“, sagt Jens Kuhn. Der Sozialpädagoge und Motopäde, der im Johannes-Busch-Wohnverbund die Rehasport-Abteilung leitet, hat das Sportfest organisiert. Allein 50 Bewohner des Johann-Busch-Hauses nehmen daran teil.

Für Menschen mit Behinderungen bringt die sportliche Betätigung viele Vorteile, so Kuhn. „Es ist nicht nur der gesundheitliche Aspekt, sondern es hat auch eine große soziale Komponente.“ Viele Teilnehmer des Sportfestes seien in Kooperationen mit örtlichen Sportvereinen aktiv. Dadurch entstünden Kontakte, der Teamgeist werde gefördert und durch sportliche Erfolge steige zudem das Selbstbewusstsein. 

Dabei sein ist alles

Tobias und seine Freunde sind  beim Aktionstag mit Leib und Seele dabei, feuern sich gegenseitig an und freuen sich über jeden kleinen Erfolg.  Da macht es auch nichts,  wenn einer mal beim Weitsprung den Absprung verpasst und einfach so in den Sand plumpst. Hier gilt der olympische Gedanke: Dabei sein ist eben alles.

Unterstützt werden Jens Kuhn und seine Mitstreiter aus dem Johannes-Busch-Haus  an diesem Tag von einigen Kooperationspartnern. „Ohne die lokalen  Sportvereine und dem Stadtsportverband Lüdenscheid geht es nicht“, betonte Kuhn. Schließlich braucht es viele helfende Hände, ob nun bei der Zeitnahme und beim Vermessen der erreichten Weite als auch  beim zusätzlichen Sportangebot wie Torwandschießen, Fußball spielen oder Trommelaktion. Nicht zu vergessen ist die Betreuung der Gäste aus Wrexham. Ein Gegenbesuch in Wales ist nächstes oder übernächstes Jahr geplant - da kann dann auch Tobias wieder laufen wie der Blitz.

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