Rückblende: Vor 60 Jahren eröffnete das Wichern-Haus in Bochum

Vom Knappenheim zum Altenheim

Das Wichern-Haus im Jahr 1956, Foto: Bildarchiv Johanneswerk

Im Januar 1956 eröffnete das Johanneswerk in Bochum-Gerthe das Wichern-Haus als Wohnheim für Jungarbeiter der Bergbau AG Lothringen. Diese Zechengesellschaft prägte damals den Bochumer Norden und hatte dort mehrere Bergarbeitersiedlungen errichtet.

Das Wichern-Haus war ein sogenanntes „Knappenheim“ für junge Männer, die ihre Ausbildung gerade abgeschlossen hatten. Das Wohnangebot in dem neuen Heim war der Zeit entsprechend einfach. Die jungen Bergarbeiter wohnten in Mehrbettzimmern zu dritt oder zu viert. Im Keller gab es einen „Brauseraum“ für alle Hausbewohner. Pünktlich um 22 Uhr wurde das Haus verschlossen. Ein Nachtwächter öffnete später Heimkehrenden die Tür und meldete dem Heimleiter, wer erst spät in der Nacht nach Hause gekommen war.

In der zweiten Hälfte der 60er Jahre wandelte das Johanneswerk das Wichern-Haus in ein Altenheim für Männer um. Nun waren es häufig alleinstehende ehemalige Bergarbeiter, die im Wichern-Haus ein neues Zuhause fanden.

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