Forderung der Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrtsverbände Bielefeld (AGW)

Neue Leistungsverträge finanziell besser ausstatten

Bielefeld (AGW). Die frühzeitige Beratung der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarungen für die Jahre 2017 bis 2019 ist aus Sicht der AGW (Arbeitsgemeinschaft Wohlfahrtsverbände Bielefeld) begrüßenswert. Das Thema „Leistungsverträge“ steht kommenden Donnerstag, 17. September, auf der Tagesordnung der Ratssitzung. Mit großer Sorge schauen die Freien Träger jedoch auf die finanzielle Seite. Die „Paprika-Koalition“ hat angekündigt, bei den Personalkosten lediglich eine Steigerung von zwei Prozent zu berücksichtigen. Eine Sachkostensteigerung wird gar nicht berücksichtigt. Dies bedeutet eine Verschlechterung der finanziellen Bedingungen.

„Damit wächst die bereits bestehende Deckungslücke für viele Träger ganz erheblich“, betont AGW-Vorsitzender Marc Korbmacher. „Das wiederum stellt die Weiterführung der Angebote massiv in Frage. Die AGW fordert deshalb für die nächste Vertragsperiode 2017-2019 eine Gleichbewertung sozialer Arbeit.“

Bewährtes System

Das System der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarungen (kurz als Leistungsverträge bezeichnet) mit den Freien Trägern hat sich über viele Jahre bewährt. Es sichert die Kontinuität der sozialen Arbeit in Einrichtungen und Diensten, ihre qualitative Weiterentwicklung, garantiert notwendige Hilfen und Unterstützung für die Bielefelder Bürger und Bürgerinnen und gibt allen Beteiligten Planungssicherheit.

Das soziale Netz ist auch wesentlicher Bestandteil eines guten sozialen Klimas. Die AGW mit ihren Mitgliedsorganisationen bringt ihre vielfältigen Erfahrungen ein – auch in den Prozess der Weiterentwicklung für die nächste Vertragsperiode.

Aus AGW-Sicht müssen besonders in den Blick genommen werden:

  • Verstärkung und Ausweitung von Maßnahmen, die die Folgen von Armut mildern – insbesondere bei Kindern und älteren Menschen
  • Bedarfsgerechte Entwicklung der Begleitung und Unterstützung geflüchteter Menschen und ihrer Integration durch Sozialarbeit und Sozialpädagogik
  • Weiterentwicklung der Hilfen für ältere Menschen und für Menschen mit Behinderung – vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung
  • Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Familien in den Stadtteilen


Das Angebot sichern

Für ihre Arbeit zur Sicherung eines zukunftsorientierten und stabilen sozialen Netzes für die Menschen in Bielefeld brauchen die Freien Träger angepasste Finanzierungsgrundlagen. Ihre konkrete Forderung: Übernahme der tariflichen Steigerungen in vollem Umfang und regelmäßige Anpassung der Sachkosten an gestiegene Lebenshaltungskosten.

Es dürfe nicht sein, dass die bereits seit den Jahren 2011-2013 bestehende Deckungslücke noch größer werde, unterstreicht Korbmacher.  Die tariflichen Steigerungen der vergangenen Jahre seien nicht berücksichtigt worden. „Damit werden die Mitarbeitenden der Freien Träger nach wie vor schlechter bewertet als vergleichbare städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

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