Einrichtung für Menschen mit Sehbeeinträchtigung wird Tochtergesellschaft des diakonischen Trägers. Strukturen vor Ort sollen erhalten bleiben. Beide Akteure hoffen auf gegenseitige Synergien.
Ev. Johanneswerk übernimmt das Blindenwerk Westfalen
Sabine Hirte, Vorsitzende der Geschäftsführung des Ev. Johanneswerks, und Sabine Loosen, Geschäftsführerin des Blindenwerks
Hagen/Meinerzhagen (JW). Das Ev. Johanneswerk erweitert sein Angebot: Seit Anfang September ist das Blindenwerk Westfalen mit seinen Standorten in Hagen und Meinerzhagen-Valbert nun Teil des diakonischen Trägers mit Sitz in Bielefeld. Künftig wird das Blindenwerk als Tochtergesellschaft des Johanneswerks geführt. Für beide Seiten ist dabei klar: Die Übernahme soll kein Neuanfang auf der grünen Wiese sein. Im Mittelpunkt steht vielmehr, Bewährtes zu erhalten, Sicherheit und Orientierung zu geben und gemeinsam zu schauen, wo neue Möglichkeiten entstehen.
„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. Uns verbinden nicht nur fachliche Gemeinsamkeiten, sondern auch ein gemeinsames soziales Selbstverständnis“, sagt Sabine Hirte, Vorstandsvorsitzende des Ev. Johanneswerks. „Für uns ist wichtig, dass das, was vor Ort gut funktioniert, erhalten bleibt.“ Das gelte auch und insbesondere für die 140 Mitarbeitenden des Blindenwerks.
Mit der Übernahme gewinnt das Ev. Johanneswerk eine neue fachliche Perspektive: Die besondere Expertise des Blindenwerks im Bereich Sehbehinderung und Blindheit erweitert das Spektrum des diakonischen Trägers. Das Blindenwerk wiederum erhält Zugang zu den Ressourcen und Erfahrungen eines großen diakonischen Trägers, der bereits eigene Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung betreibt. Beide Seiten wollen ihre jeweiligen Stärken einbringen und voneinander profitieren – etwa bei der Digitalisierung, bei Fort- und Weiterbildungen oder bei der Umsetzung gesetzlicher Anforderungen.
Gerade bei notwendigen Veränderungen soll die neue Verbindung künftig Sicherheit geben. Sabine Loosen, Geschäftsführerin des Blindenwerks, blickt entsprechend optimistisch auf die Zusammenarbeit: „Wir sehen der neuen Trägerschaft sehr positiv entgegen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die gute Arbeit des Blindenwerks zu bewahren und den Menschen, die bei uns leben und arbeiten, ihr vertrautes Umfeld und ihr Zuhause zu erhalten. Gleichzeitig wollen wir die Chancen nutzen, die sich durch die Zusammenarbeit mit dem Johanneswerk ergeben.“
Für das Johanneswerk ist die Erweiterung auch aus regionaler Sicht interessant. Die Standorte des Blindenwerks in Hagen und Meinerzhagen-Valbert liegen in unmittelbarer Nähe zu Regionen, in denen der diakonische Träger bereits aktiv ist. „Die räumliche Nähe zum Märkischen Kreis und zum Ruhrgebiet ist für uns ein weiterer Vorteil“, erklärt Sabine Hirte. „So können wir unsere bestehenden Strukturen und Kompetenzen sinnvoll miteinander verbinden.“
Im Mittelpunkt der kommenden Monate steht nun das gegenseitige Kennenlernen. Mitarbeitende und Verantwortliche beider Organisationen wollen gemeinsam schauen, wo sich Angebote und Kompetenzen sinnvoll ergänzen und welche gemeinsamen Projekte daraus entstehen können.