Markus Bergen ist 22 Jahre und arbeitet als Hausmeister in einem Seniorenzentrum in Kierspe.

Der Eigenständige

Markus Bergen ist 22 Jahre alt und wurde bis vor kurzem durch das Studjo Kierspe betreut. Foto: Frank Elschner

Markus Bergen ist 22 Jahre alt und wurde bis vor kurzem durch das Studjo Kierspe betreut. Foto: Frank Elschner

Sein Lieblingsauto: Der Dodge Ram, ein Pickup von Chrysler mit breiter Front, abgesetztem Grill und enormem Drehmoment. Hoch oben auf und mit röhrendem Motor diesen Wagen zu fahren, das wäre sein Traum. Wohlbemerkt privat, nicht beruflich. Das war einmal. Früher, da hätte Markus Bergen gern auch mit solchen Autos gearbeitet. Oder überhaupt mit Fahrzeugen, die er fahren oder reparieren darf. Doch nach der Förderschule wollte das einfach nicht klappen.  Also sprang der 22-Jährige kurzerhand ins kalte Wasser und probierte im Berufsbildungsbereich des Studjos Kierspe etwas völlig Neues aus.
 

Angekommen auf dem Ersten Arbeitsmarkt

Er machte ein Praktikum in einer Senioreneinrichtung und erlebte eine Überraschung: Es gefiel ihm. Nun ist er Hausmeister einer Senioreneinrichtung, festangestellt, mit eigenem Werkstattwagen und einem Aufsitz-Rasenmäher. Erstmals angekommen auf dem Ersten Arbeitsmarkt. Ungewohnt unabhängig, stolz und glücklich. 

6 Uhr aufstehen, 7.30 Uhr Arbeitsantritt. Auf dem Tagesplan des neuen Hausmeisters steht, was gerade anfällt oder regelmäßig gemacht werden muss. Kleinere Reparaturarbeiten, defekte Glühbirnen, die ausgewechselt werden müssen, Rasen, der gemäht werden will. Und zwischendurch ein Schnack mit den Senioren, auf die er im Haus und im Garten trifft. Der neue Job ist vielseitig, aber auch fordernd, weil er viel Eigenständigkeit voraussetzt. Das sei ein kleines Abenteuer für beide Seiten, weil es jetzt eine Zusammenarbeit mit allen Rechten und Pflichten sei, erklärt Christine Ulbrich, Leiterin des Sozialen Dienstes im Studjo: 
 

"Er ist mutig und beweist Köpfchen"

„Markus Bergen hat damit den geschützten Raum des Studjos verlassen Aber er ist wirklich mutig, das beweist er auch außerhalb der Arbeit: Vor drei Monaten ist er zum ersten Mal von zu Hause aus- und in eine eigene Wohnung gezogen. Er versorgt sich jetzt selbst, geht einkaufen, kocht, putzt und organisiert sich. Damit er diesen Balanceakt zusammen mit seinem neuen Job auch dauerhaft bewältigt, wird ihm das Johanneswerk auch künftig als Ansprechpartner erhalten bleiben.“


Bergen habe aber nicht nur Mut, sondern auch Köpfchen bewiesen. Er habe schon in der Schule sehr gute Bewertungen erhalten, im Studjo habe man ihn außerdem als sehr sozial und verantwortungsvoll erlebt, beschreibt Christine Ulbrich seinen Werdegang. Dass sich der 22-Jährige trotz einer leichten geistigen Beeinträchtigung eine Festanstellung auf dem 1. Arbeitsmarkt erkämpfen konnte, habe er aber auch seinem Durchhaltevermögen und seinem starken Willen zu verdanken.
 

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