Besonderer Kurzzeitpflegegast Elisabeth Portz

Australien zu Gast im Haus am Ginsterweg

Kurzzeitpflegegast aus Australien im Haus am Ginsterweg

Elisabeth Portz ist ein ganz besonderer Kurzzeitpflegegast im Haus am Ginsterweg: Sie berichtet von Ihrer Heimat Australien.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ins Haus am Ginsterweg Bewohnerinnen und Bewohner einziehen, die nicht aus Castrop-Rauxel kommen. Viele kommen aus Herne, Dortmund oder Bochum – aber aus Queensland  an der australischen Ostküste, hatten wir noch nie einen Kurzzeitpflegegast!

Frau Elisabeth Portz, 88 Jahre, Auswanderin und auf Weltreise mit Ihrem Sohn. Die Beiden wollten eine alte Freundin aus Castrop-Rauxel besuchen, als Frau Portz sich unglücklicher Weise den Fuß brach und im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt für drei Wochen Gast  im Haus am Ginsterweg war.

Frau Portz ist 1964 mit Ihrem damaligen Mann Erich und Ihrem elfjährigem Sohn auf Grund von Wohnungsnot in ihrer Heimatstadt Langenberg ausgewandert. Nach einer knapp sechs Wochen langen Schifffahrt, zusammen mit 1400 Auswanderern aus Deutschland und England, kamen die drei in ihrer neuen Heimat an. „Als wir am 29.07.1964 in Australien ankamen, war dort tiefster Winter und ab da wussten wir noch gar nicht wie es weiter geht. Wir lebten für vier Wochen in einem Einwanderungslager in der Nähe von Sydney, bis wir die Nachricht bekamen, dass mein Mann eine Arbeit  in einem Stahlwerk als Elektriker im Port Campbell bekam.“ erzählt Frau Portz. Da die Familie zu dieser Zeit noch keine eigene Bleibe hatte, lebten sie vorerst für ein paar Monate mit einer anderen Auswandererfamilie in einer Wohngemeinschaft. Dann bekam auch endlich Frau Portz eine Arbeit in Australien. Sie arbeitete für einige Jahre in einer deutschen Nähmaschinenfabrik, die auch Brillen und Fernsehgeräte herstellten.

„Liesel“, wie Frau Portz von ihren australischen Freunden genannt wird, hatte es nicht immer einfach. 1975 erkrankte ihr Mann schwer und verstarb schließlich 1983. Nach diesem Schicksalsschlag gründete Frau Portz mit ihrer deutschen Freundin Brunhilde einen Chor – den „German Choir Melody“. „Wir hatten so viel Spaß zusammen. Wir haben lustige Abende mit vielen Freunden verbracht.“ schwärmt Frau Portz. In diesem Chor lernte die Auswanderin auch ihren zweiten Ehemann Matthias kennen. Auch er war vor vielen Jahren aus Köln als lediger Mann ausgewandert.

Beide zogen nach ein paar Jahren an die australische Ostküste, wo Frau Portz auch heute noch in einem schönen Townhouse lebt. Leider ist ihr zweiter Mann auch vor ein paar Jahren verstorben. Frau Portz sagt aber, sie habe immer etwas zu tun. Obwohl ihr Sohn und ihre zwei Enkel 500 km entfernt von ihr leben, fühlt sie sich nicht einsam. „Oft kommen Bekannte vorbei und wir spielen Doppelkopf oder Rommé. Außerdem gibt es in Australien eine Organisation die Ausflüge für Senioren veranstaltet. Wenn ich wieder nach Hause komme, fahre ich mit einer Gruppe auf eine Erdbeerfarm und ein paar Tage später gehen wir ins Kino.“ berichtet Frau Portz.

Nach den drei Wochen Kurzzeitpflege im Haus am Ginsterweg, geht es für Frau Elisabeth Portz in einem 22 stündigen Flug, über München, Honkong und Sydney wieder in die Heimat nach Down Under …

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