Archiv 2015

Wohnverbund sucht geeignete Immobilie für eine neue Wohngruppe

Schritt in die Selbständigkeit

Die Kinder und Mitarbeiter im Haus Regenbogen wünschen sich ein schönes großes Haus inmitten einer ganz normalen Nachbarschaft: (v.l.) Türkan (15), Sozialarbeiterin Angelika Roth, Ferhat (22), Wohnverbund-Leiterin Andrea Frank, Kiara (10) und Annika (15). Foto: Johanneswerk/Ulla Emig

Recklinghausen (JW). Annika (15) und Kiara (10) sind eigentlich wie viele junge Mädchen. Lachen und quatschen gern, interessieren sich für Schminke und Schmuck, suchen Freundschaften und freuen sich aufs Erwachsenwerden. Mit einem Unterschied zum Teenager von nebenan: Sie leben im Haus Regenbogen, einer vom Ev. Johanneswerk geführten stationären Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung in Recklinghausen.  

Weg von der Vollversorgung

Sie fühlen sich wohl im Kinder- und Jugendbereich des Hauses, der insgesamt 27 jungen Menschen freundliche Zimmer in kleinen Wohngruppen bietet. Betreut werden sie von qualifizierten Fachkräften, die besonderen Wert darauf legen, ihre individuellen Wünsche bei der Pflege und Erziehung zu respektieren. Dennoch: Es bleibt für sie ein Leben in einer stationären Einrichtung mit Vollversorgung, in der es schwierig ist, eine alltägliche Selbstständigkeit zu lernen.

„Aus diesem Grund suchen wir im Kreis Recklinghausen ein Haus zur Miete, mit sieben bis neun Einzelzimmern, zwei bis drei Badezimmern, einer Küche und einem großen Wohn-Esszimmerbereich“, sagt Andrea Frank, Leiterin des Wohnverbundes Recklinghausen. Sechs bis acht Kinder sollten dort Platz finden, unter der Betreuung von Mitarbeitern, die tagsüber ständig vor Ort sind und nachts durch eine Schlafbereitschaft Sicherheit geben.

Mitten im Stadtteil

„Wir möchten gerne familienähnlich inmitten eines Stadtteils wohnen und Normalität erleben“, fügt Angela Roth, Sozialarbeiterin im Wohnverbund, hinzu. Kinder und Jugendliche mit einer leichten geistigen Behinderung bräuchten keine Vollversorgung mit Wäscherei und Zentralküche, sondern müssten lernen, selbstständig zu werden. „Das können sie nur, wenn sie auch selbst einkaufen, waschen, kochen und aufräumen und all' die anderen alltäglichen Dinge lernen, die auch in Familien mit gesunden Kindern den Alltag ausmachen.“ So könnten dann aus ihnen selbstständige Erwachsene werden, die integriert in ihren eigenen Wohnungen leben, so die Sozialarbeiterin.

Ein Garten wäre optimal

Das Haus, in das man ziehen möchte, sollte deshalb nicht allzu fern von Geschäften und öffentlichem Nahverkehr sein, am besten mittendrin in einer ganz normalen Nachbarschaft, in der man Kontakte knüpfen kann, Spielplätze oder Sportvereine findet. Optimal wäre es, wenn auch ein eigener Garten dazu gehören würde, in dem Natur erlebt und gepflegt werden kann.

„Für Vermieter oder Investoren, die ein solches Haus bauen wollen, dürfte es sicherlich von Vorteil sein, dass wir langfristig ein solches Objekt mieten würden“, so Verbundsleiterin Andrea Frank. Und für Kiara, Annika und ihre Mitbewohner im Haus Regenbogen hingegen wäre es einfach toll, wenn sie so wie ein Teenager von nebenan erwachsen werden könnten.

Anbieter wenden sich an:
Johanneswerk Wohnverbund Recklinghausen
Wasserbank 46 – 50
45663 Recklinghausen
Tel.: 02361-60810
andrea.frank@johanneswerk.de